Tierische Auszeit – beobachten, staunen und zur Ruhe kommen
Manchmal braucht es gar nicht viel, um im Kita-Alltag einen Moment der Ruhe zu finden. Ein paar Schritte nach draußen, ein wenig Zeit zum Beobachten – und Hühner, Hasen und kleine Vögel, die sich von der Aufregung einer Kindergruppe überhaupt nicht beeindrucken lassen.
Für die Kinder der Ja-Naturkita Wellenspiel bietet sich diese Möglichkeit direkt in der Nachbarschaft. Auf dem Gelände der ehemaligen Schwesternschule, auf dem sich auch die Kita befindet, leben verschiedene Tiere der benachbarten Pflegeeinrichtung. Neben Hühnern und Hasen gibt es dort eine Voliere mit Diamanttauben, Zebrafinken und Wachteln.
Einfach mal schauen, was die Tiere machen
Seit dem Sommer entwickelt sich rund um die Tiere eine schöne Zusammenarbeit mit Basti, der sich als Hausmeister auch um ihre Versorgung kümmert. Für die Kinder bedeutet das vor allem: Die Tiere sind keine Attraktion, die nur zu besonderen Anlässen besucht werden kann. Sie gehören inzwischen einfach mit zum Umfeld der Kita.
Wann immer es passt, können die Erzieherinnen mit den Kindern zu den Tieren gehen. Dabei steht nicht unbedingt das Füttern oder Versorgen im Mittelpunkt. Als besonders wertvoll hat sich vielmehr das gemeinsame Beobachten erwiesen.
Ohne festes Programm können die Kinder sich Zeit nehmen, den Hühnern beim Scharren zuzusehen, die Hasen beim Möhrenknabbern zu beobachten oder das Treiben in der Voliere zu verfolgen. Gerade diese ruhigen Momente sind inzwischen zu einer schönen Möglichkeit geworden, den Kita-Alltag für eine Weile hinter sich zu lassen und die Aufmerksamkeit ganz auf die Tiere zu richten.
Wenn aus Zuschauen eine kleine Auszeit wird
Gerade wenn es in der Kita-Gruppe unruhiger wird, Langeweile aufkommt oder einzelne Kinder einen Szenenwechsel brauchen, bietet sich ein Besuch bei den Tieren an.
Dann muss nichts erledigt und kein pädagogisches Programm absolviert werden. Die Kinder können einfach schauen: Was machen die Hühner gerade? Wo hoppeln die Hasen hin? Welcher Vogel sitzt auf welchem Ast? Und vielleicht passiert eine ganze Weile scheinbar gar nichts.
Genau darin liegt der Reiz.
Die Aufmerksamkeit richtet sich plötzlich auf eine ruhige, überschaubare Situation. Die Kinder bleiben stehen, verfolgen die Bewegungen der Tiere und beschäftigen sich oft erstaunlich lange mit dem, was sie sehen. Dabei wird es meist ganz von selbst ruhiger – bei einzelnen Kindern und häufig auch in der ganzen Gruppe.
Ein bisschen wie Waldbaden – nur mit Federn und Fell
Das erinnert ein wenig an das Waldbaden, das die Kinder der Ja-Naturkita bereits aus dem Stralsunder Stadtwald kennen: innehalten, beobachten und die Umgebung bewusst wahrnehmen. Nur geht es diesmal nicht zwischen Bäume und über Waldwege, sondern hinüber zu den Tieren. Vielleicht könnte man es deshalb augenzwinkernd „Tierbaden“ nennen.
Die Tierbegegnungen sind damit kein festes Bildungsangebot und auch kein besonderes Ereignis, auf das lange hingearbeitet wird. Sie sind etwas viel Alltäglicheres: eine unkomplizierte Möglichkeit, Natur unmittelbar zu erleben, zur Ruhe zu kommen und für einen Moment einfach nur zu schauen.
Und manchmal ist genau das die schönste kleine Pause im Kita-Tag.



